IFG – Institut für forensische Genetik Münster, Prof. Dr. Bernd Brinkmann

Rechtliches

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in § 1598 a, dass jeder Betroffene (also jedes Kind, jede zweifelnde Mutter und jeder gesetzliche Vater) das Recht auf Durchführung eines Vaterschaftstests hat. Der Betroffene kann ein Labor seiner Wahl beauftragen. Sollte bisher noch kein gerichtsverwertbares Abstammungsgutachten vorliegen, so wird die Zustimmung eines Beteiligten, der die Teilnahme verweigert, durch einen richterlichen Beschluss des Familiengerichts ersetzt, sodass trotz Weigerung ein legaler Test durchgeführt werden kann. Die Gerichtskosten für diesen Beschluss sind gering; ein Rechtsanwalt ist nicht nötig.

Abstammungsgutachten, bei denen nicht das Einverständnis des gesetzlichen Vertreters vorliegt, sind illegal. Sie werden auf Antrag als Ordnungswidrigkeit verfolgt und für den Auftraggeber mit Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro belegt, für das durchführende Labor mit Geldstrafe bis zu 300.000 Euro. Dies gilt für alle Auftraggeber, auf die das deutsche Recht anwendbar ist, unabhängig davon, wo sie die Begutachtung vornehmen lassen.

Seit 2010 regelt das Gendiagnostikgesetz GenDG DNA-Abstammungsuntersuchungen.