IFG – Institut für forensische Genetik Münster, Prof. Dr. Bernd Brinkmann

Allgemeine Informationen

Im Folgenden werden (Hintergrund-)Informationen zum allgemeinen GEDNAP-Ringversuchskonzept. Die Informationen zu den aktuellen GEDNAP-Ringversuchen finden sich auch auf der GEDNAP-Homepage GEDNAP.DE.

Die Ringversuche starten i. d. R. im Mai eines Jahres mit der Registrierung. Die Proben werden ab Juni versendet. Die Befunde müssen bis Anfang Dezember eingesendet werden. Die Auswertung wird im Februar des folgenden Jahres im Rahmen des Spurenworkshops präsentiert. Im Mai beginnt der Versand der Bescheinigungen über die erfolgreiche Teilnahme.

Informationen zu den GEDNAP-Ringversuchen im Jahr 2018

GEDNAP 56 & 57

Der Versand der Ringversuchs-Proben (GEDNAP 56 und 57) beginnt im Juni 2018. Die Frist zur Online-Eingabe der Ergebnisse und der zusätzlichen postalischen Versendung endet am 04.12.2018 (23:59 MEZ).

Im Folgenden geben wir die Information für die GEDNAP-Ringversuche im Jahre 2018 wider, die in ganz ähnlicher Form auch für die früheren GEDNAP-Ringversuche galten und für die folgenden GEDNAP-Ringversuche gelten werden. Das Anschreiben an die Teilnehmer, das zusammen mit den proben versendet wird, enthält alle Details.

I. Hinweise zu den Untersuchungsmaterialien

Der allgemeine Ringversuch besteht aus drei Referenzproben und vier Spuren, d. h.

GEDNAP 56: Person A – C; Spuren 1 – 4
GEDNAP 57: Person A – C; Spuren 1 – 4

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den von uns angelegten Spuren um Mischspuren von maximal drei Personen handeln kann und dass als Spurenarten i. d. R. Speichel-, Blut- und Spermaspuren (sowie Mischungen dieser Spurenarten) in Betracht kommen. Die GEDNAP-Spuren können prinzipiell alle in der Fallarbeit auftretenden Spuren simulieren.

Anmerkung: Einen Teil des Originalmaterials der Proben muss jedes Labor für eventuelle Nachuntersuchungen zurückstellen.

II. DNA-Systeme, deren erfolgreiche Untersuchung bescheinigt werden kann

1. Autosomale Kern-STRs und Amelogenin*
TH01, VWA, FGA, D21S11, ACTBP2, D3S1358, D8S1179, D18S51, D16S539, D2S1338, D19S433, D12S391, D2S441, D10S1248, D22S1045, D1S1656, Amelogenin

2. Ergänzende autosomale STRs*
TPOX, CSF1PO, D5S818, D13S317, D7S820, PentaD, PentaE, D6S1043

3. Y-STRs*
DYS19, DYS385, DYS387S1, DYS389 I, DYS389 II, DYS390, DYS391, DYS392, DYS393, DYS437, DYS438, DYS439, DYS448, DYS449, DYS456, DYS458, DYS460, DYS481, DYS518, DYS533, DYS549, DYS570, DYS576, DYS627, DYS635, DYS643, GATA H4

4. Zusätzliche autosomale STRs# *
D2S1360, D3S1744, D4S2366, D5S2500, D6S474, D7S1517, D8S1132, D10S2325, D21S2055

5. X-STRs # *
DXS8378, HPRTB, DXS7423, DXS7132, DXS10134, DXS10074, DXS10101, DXS10135, DXS10079, DXS10103, DXS10148, DXS10146

Weitere Erläuterungen s. Abschnitt V.

#: Die Auswertung dieser Systeme sowie die spätere Bescheinigung der erfolgreichen Teilnahme erfolgen nicht in       Zusammenarbeit mit der Spurenkommission.

 

III. Biostatistische Berechnung

Auch in diesem Jahr kann die biostatistische Berechnung einer Mischspur als „paper challenge“ durchgeführt werden.

Bitte folgen Sie beiden Berechnungsmethoden, die in den Empfehlungen der Spurenkommission (P. Schneider et al. (2006) Rechtsmedizin 16:401–404) erläutert werden.

Verwenden Sie für die Allelfrequenzen ausschließlich die Daten, die zusammen mit weiteren Informationen auf der GEDNAP-Homepage (http://www.gednap.de) verfügbar sind. Ausgewertet und bescheinigt werden ausschließlich Berechnungen, die die folgenden 16 STR-Systeme umfassen: TH01, VWA, FGA, D21S11, D3S1358, D8S1179, D18S51, ACTBP2/SE33, D16S539, D2S1338, D19S433, D12S391, D2S441, D10S1248, D22S1045 und D1S1656.

Der Rechenweg muss dokumentiert sein (i.d.R. durch einen Ausdruck). Die verwendete Software muss benannt werden (ggf. inkl. Versionsnummer). Bitte beachten Sie, dass die Berechnung ohne den Korrekturfaktor Theta (bzw. mit einem Theta von null) durchgeführt werden muss.

IV. Hinweise zu den Ergebnis-Übermittlungen

Zur Übermittlung Ihrer Befunde hinsichtlich Bestimmung der Spurenart, Extraktionsdetails und Genotypisierung sowie Mischspurenberechnung verwenden Sie bitte ausschließlich die Internetformulare auf der GEDNAP-Homepage (http://www.gednap.de). Die Eingabemöglichkeit wird am 04.12.2018 um 23:59 MEZ enden. Ausführliche Erklärungen und die erforderlichen Zugangsberechtigungen werden Ihnen in einer gesonderten E-Mail zugesendet bzw. sind bereits an Sie versendet worden.

Nach Eingabe Ihrer Ergebnisse bitten wir Sie um einen Ausdruck Ihrer Eingaben als Beleg (auf der Website haben Sie Möglichkeit, Ihre Eingaben im PDF-Format auszugeben), den Sie uns, mit einem Stempel und Ihrer Unterschrift versehen und zusammen mit den originalen Labordaten, auf dem Postweg bis zum 04.12.2018 (Datum des Poststempels) zusenden.

Auch zur Übermittlung der mtDNA-Ergebnisse verwenden Sie bitte ebenfalls ausschließlich das Formular, das auf der GEDNAP-Homepage (https://gednap.qualitype.de) für Sie freigeschaltet sein wird. Angegeben werden sollen – wie in den Vorjahren – die Abweichungen der Personen A – C sowie der Reinspuren von der revidierten Cambridge Referenz Sequenz (rCRS), wobei die verwendete Nomenklatur den Empfehlungen der DNA-Kommission der ISFG (W. Parson et al. 2014, PMID: 25117402) folgen soll. Bei Punktheteroplasmie soll die Angabe nach IUPAC-Code erfolgen, sofern die Minderkomponente mindestens einen Anteil von 20 % ausmacht. Bei Nachweis von Längenheteroplasmie soll „LHP“ als Bemerkung angegeben werden; bei zwei dominanten Typen soll die kürzere Variante genannt werden. Die zweite dominante Variante soll unter ‘Bemerkungen‘ angegeben werde

V. Allgemeine Informationen

Die Einsendung der Original-Labordaten der Ergebnisse ist für die Auswertung und Erstellung der Bescheinigungen unbedingt erforderlich. Hierzu werden die Ausdrucke der Elektropherogramme der Proben und der verwendeten Allelleiter(n) benötigt. Die Allelzuordnung muss aus den Originaldaten leicht und eindeutig ersichtlich sein, Amplikonlänge und Peakhöhe müssen erkennbar sein. Die Ausdrucke müssen eindeutig mit dem betreffenden Ringversuch, der Probenbezeichnung und Ihrem Laborcode beschriftet sein. Ausdrucke der Sequenzierelektropherogramme müssen in Analogie beschriftet werden, insbesondere muss der ausgewertete Bereich durch Angabe der Nukleotidpositionen angezeigt werden. Ferner muss der Weg vom Sequenzierelektropherogramm bis zur Angabe der Abweichung von der rCRS dokumentiert sein (u. a. durch Angabe der Software zur Generierung der Konsensus-Sequenz nach Sequenzierung auf beiden Strängen). Exemplarische Ausdrucke für eine GeneMapper-, GeneScan- bzw. Genotyper-Auswertung sowie beispielhafte Ausdrucke von Sequenzierelektropherogrammen sind auf Anfrage erhältlich.

Ohne Eingang der Original-Ergebnisse werden die Auswertung der Befundbögen und die spätere Erstellung der Teilnahmebescheinigungen nicht erfolgen können.

Bei digitaler Übermittlung der Originaldaten (z. B. USB-Stick, DVD/CD-ROM, E-Mail-Anhang) ist eine eindeutige Bezeichnung der Dateien sowie der darin enthaltenen Proben erforderlich.

Es werden Bescheinigungen für die Module erstellt, für die Sie sich registriert haben (Spurenart-Charakterisierung, allgemeine sowie ergänzende STRs, Y-STRs, Sequenzanalyse der mtDNA-Kontrollregion, Mischspuren-Biostatistik, zusätzliche autosomale STRs sowie X-STRs, wobei die letzten beiden Module ohne Mitwirkung der Spurenkommission ausgewertet und bescheinigt werden).

Bescheinigungen können nur auf den Namen derjenigen Institution ausgestellt werden, die die Proben tatsächlich untersucht hat. Eine Untersuchung durch Dritte ist nicht zulässig. Die Teilnehmer müssen nach Beschluss der Spurenkommission eine Eigenerklärung unterschreiben, wonach ihre GEDNAP-Bescheinigung nicht von Dritten z. B. zu Werbezwecken benutzt werden darf. Sollte diese Eigenerklärung bereits im Vorjahr eingesendet worden sein, kann hierauf in diesem Jahr verzichtet werden. Sollte die Eigenerklärung nicht bis zum 04.12.2018 hier vorliegen, können eine Auswertung der Ergebnisse und die spätere Ausstellung der Teilnahmebescheinigung nicht erfolgen.

Die Eingruppierung der Teilnehmer erfolgt wie in den letzten Jahren.

Details hierzu entnehmen Sie bitte der GEDNAP-Homepage.

VII. Spurenworkshop in Jena

Die Präsentation der Ergebnisse der Spurenringversuche GEDNAP 56 und 57 erfolgte im Rahmen des 39. Spurenworkshops in Jena (21.-23. Februar 2019).

VIII. Erfüllung der Bedingungen

Der von der Spurenkommission benannte Ausrichter der GEDNAP-Ringversuche sagt Probenversand, Ergebnisauswertung und Teilnahmebescheinigung (jeweils einmalig) dem teilnehmenden Labor dann zu, wenn die vorgenannten Rahmenbedingungen eingehalten werden, die aktuelle Teilnahmegebühr beglichen wird und die anliegende Eigenerklärung dem Ausrichter der GEDNAP-Ringversuche – unterschrieben durch eine unterschriftsberechtigte Person des teilnehmenden Labors – vorliegt. Sollte eine dieser Bedingungen nicht eingehalten werden, ist eine Auswertung der übersandten Ergebnisse und eine anschließende Ausstellung der Bescheinigung(en) nicht möglich.